Ist es nicht toll, was sich in unserer Welt in diesen Jahren alles verändert? Und dass wir diese fundamentalen Veränderungen – vielleicht erstmals in der Geschichte der Menschheit – bisher ohne größere Kriege miterleben und mitgestalten dürfen?

Grade als mittelständisches Familienunternehmen leben wir hier in einer Fülle von Chancen und Risiken, die jedes Jahr neue Herausforderungen mit sich bringen. Es sind spannende Zeiten, die an Unternehmen und ihre Mitarbeiter besondere Anforderungen stellen. Dies gibt uns gleichzeitig die Möglichkeit, den Wandel mitzugestalten und als Unternehmen – zumindest für unsere Mitarbeiter – bei gestiegenen Anforderungen die Rahmenbedingungen der Arbeit zu verbessern.

Die Herausforderungen sind schon enorm. Thomas L. Friedman beschreibt in seinem aktuellen, sehr lesenswerten Buch „Thank You for Being Late“ (dt. Ausgabe Sept. 2017) die aus seiner Sicht drei epochalen Treiber von globaler gesellschaftlicher Veränderung. Er nennt hier Digitalisierung, Globalisierung und die Veränderungen in unserer Umwelt und Natur – jeweils mit einander bedingender exponentieller Entwicklung. In kürzester Form zusammengefasst: Es ist zurzeit unmöglich, die Zukunft auf nur irgendeiner Ebene (Technik, Gesellschaft, Umwelt und Natur) abzuschätzen.

Viele Menschen blicken mit Sorgen oder Ängsten auf diese Entwicklungen. Ohne die Möglichkeit Prognosen über die Zukunft zu treffen, fühlen wir uns verunsichert und überfordert. Einfache Geister finden Antworten bei den linken und leider besonders auch den rechten Demagogen, die mit naiven politischen Rezepten wie vor einhundert Jahren auf Stimmenfang gehen. Grade Menschen in Deutschland, die einen sehr komfortablen Lebensstandard erreicht haben, sehen diesen durch Veränderungen bedroht. Hier überwiegt in der öffentlichen Stimmung klar die Angst, während in aufstrebenden Ländern wie in Asien seit Jahren eine fast euphorische Stimmung anhält.

Dabei ist es nicht logisch angstvoll zu sein. Warum sollen wir vor etwas Angst haben, was wir gar nicht kennen? Wir wissen heute nicht, ob sich die Welt zum Besseren oder Schlechteren verändert – und für wen es welche Auswirkungen geben wird. Wir wissen nur, dass die Welt sich gravierend verändert.

Wir sind auch nicht machtlos gegenüber diesen Veränderungen. Wir wissen oft, welche Verhaltensweisen und Techniken uns tendenziell nützen oder schaden werden. Uns stehen exponentiell mehr Wissen und bessere Technologie als früher zur Verfügung, um diese Herausforderungen zu meistern. Gerade in Deutschland haben wir aus meiner Sicht sogar die weltweit besten Rahmenbedingungen in der Technik, der Wirtschaft und in der Gesellschaft. Die ganze Welt beneidet uns hierum und kann unsere Sorgen kaum nachvollziehen.

Für uns als mittelständische Unternehmensgruppe ist es eine besondere Herausforderung, mit tendenziell knappen Ressourcen an Personal und Kapital die richtigen, schnell wirksamen Veränderungen anzustoßen, um unsere Zukunftsfähigkeit zu sichern. Als relativ kleine Unternehmensgruppe genießen wir dabei jedoch den Vorteil der höheren Anpassungsfähigkeit. Als Familienunternehmen haben wir aber vielleicht den größten Vorteil darin, dass wir viele Mitarbeiter noch direkt erreichen und sie mit intensiver Kommunikation mitnehmen können. Hier ist es besonders wichtig – bei allem Respekt vor den Gefahren und Herausforderungen -, daran zu arbeiten, dass wir die sich bietenden Chancen schnell und gezielt wahrnehmen.

Damit wir gemeinsam unsere schöne, neue Welt gestalten und unseren kleinen Beitrag dazu leisten können!