Deutschland verarmt. Wir befinden uns im Jahr 2025 im vierten Jahr in Folge in einer Rezession, unser Brutto-Inlandsprodukt schrumpft. Noch dramatischer ist die Entwicklung des Produktionsindex – dieser ist in den letzten vier Jahren sogar um 14% zurückgegangen – „angeführt“ von den dramatischen Rückgängen in der Automobil- und Pharmaindustrie.

Trotz rückläufiger Auftragseingänge leiden wir weiterhin unter einem enormen Fachkräftemangel, welcher die Arbeitskosten in den letzten Jahren – selbst in der Rezession – immer weiter steigen ließ. Zudem verschärft der demografische Wandel diesen Trend – mit dramatischen Folgen für die kommenden Jahrzehnte. Unsere Wettbewerber in Fernost haben stark an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen – ganze Industrien wandern jetzt dorthin ab.
Der Schlüssel für unsere Leistungsfähigkeit bleibt aber unsere Arbeit. Es ist recht einfach: „Schaffe, schaffe, Häusle baue, …“ – mit diesem simplen Prinzip gab es in Deutschland einmal ein Wirtschaftswunder. „Arbeit ehrt.“ „Arbeit schadet nicht.“ Unsere Leistungsbereitschaft hat unseren Wohlstand geschaffen.
Heute hören wir aus der marketinggetriebenen Softwarebranche, dass uns die künstliche Intelligenz künftig die Arbeit abnehmen, unsere Produktivität vervielfachen und unseren Wohlstand bei immer geringeren Arbeitszeiten sichern wird. Diesen Unsinn hören wir bei jeder weiteren Entwicklung in der Informationstechnologie und er treibt die Aktienkurse der entsprechenden Unternehmen in immer neue Rekordhöhen.
Doch der Wohlstand in Deutschland begründet sich auf dem produzierenden Gewerbe. Mit Fachkönnen, modernsten Maschinen, Organisationsmethoden und auch durch den Einsatz aller Möglichkeiten der Informationstechnologie, der Automatisierung und der Digitalisierung kämpfen wir an vorderster Front immer noch erfolgreich im internationalen Wettbewerb.
Unser Rückgrat und unsere Leistungsfähigkeit werden von den Menschen bestimmt, die in unserer Produktion an unseren Maschinen und Anlagen arbeiten. Wir haben hier immer noch eine bessere Ausbildung als in jedem anderen Land der Welt. Wir haben hier hervorragende Fähigkeiten und tolle, engagierte, einsatzfreudige Mitarbeitende aus vielen Ländern der Welt.
Wir haben nur viel zu wenig von ihnen.
Egal wie die Auftragslage aussieht – wir haben immer zu wenig gute Zerspaner, Gießer, Schmelzer, Elektriker, Schlosser, Schweißer …, kurz, die Fachkräfte, die unsere Leistung erbringen. Durch den demographischen Wandel werden es immer weniger.
Der Weg zu einer besseren Leistungsfähigkeit als Unternehmen wie als gesamte Wirtschaft in unserem Land liegt daher in längeren Arbeitszeiten! Wir müssen wieder länger und mehr arbeiten – jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr und im Leben insgesamt.
Der Erhalt unseres Wohlstandes – und dazu zählen einfache Elemente der Grundversorgung, der Infrastruktur, unseres Gesundheitswesens und unserer Altersversorgung – beruht auf unserer Wirtschaftsleistung, nicht auf immer mehr Schulden. Es ist ganz einfach. Wir brauchen längere Arbeitszeiten, die steuerliche Begünstigung von Mehrarbeit und Überstunden, eine längere Lebensarbeitszeit, einen späteren Renteneintritt und die Ausweitung der Wochenarbeitszeit.
Arbeit muss sich dabei wieder lohnen – und Mehrarbeit muss sich noch viel mehr lohnen. Mitarbeitende müssen sich mit ihrem Einsatz ein gutes Leben erarbeiten können, zum Beispiel in ein Eigenheim investieren können, wenn sie das wollen und einen gehobenen Lebensstandard finanzieren können.
Das ist ein Win-Win-Win-Szenario.
Wir gewinnen als Unternehmen durch mehr Leistung und mehr Wertschöpfungsfähigkeit. Unsere Mitarbeitenden gewinnen durch mehr verfügbares Einkommen und mehr finanzielle Freiheit. Unser Staat gewinnt durch mehr Einnahmen und eine bessere Absicherung unserer Gesellschaft.
Damit waren wir in Deutschland in der Vergangenheit erfolgreich – warum müssen wir also heute so viel darüber diskutieren, obwohl der Weg zum Erfolg doch so klar ist?