Familien­unternehmer Blog

von Andre Kuhn

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Schlagwort: #lohnundgehalt

Sind Gewerkschaften eigentlich noch zeitgemäß?

Als Unternehmer bin ich erstmals durch den Zukauf des Unternehmens M. Jürgensen in Sörup mit dem „Ritual“ der Tarif- und Lohnverhandlungen indirekt konfrontiert und stelle mir in den letzten Tagen immer mehr die Frage, ob Gewerkschaften heute noch zeitgemäß sind.

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  1. Martin Hirsch sagt:

    Volle Zustimmung

  2. Olaf sagt:

    Ich stimme auch zu 100% zu

  3. Michael sagt:

    Finde ich super. Ein guter Chef weiß, dass zufriedene Mitarbeiter mehr Leistung bringen. Deswegen ist es klug die Bedürfnisse der Belegschaft zu erfüllen.
    Deswegen braucht es keine Gewerkschaften mehr.
    100 % Zustimmung.

    • Andre Kuhn sagt:

      Vielen Dank. Hoffen wir auf viele kluge Chefs 😉 (was nicht einfach ist, ich selbst lerne immer noch jeden Tag dazu)

  4. Wolfgang Höfft sagt:

    Widerspruch verdient die Behauptung „Geschichtlich gesehen war die Rolle der Gewerkschaften mit Sicherheit unverzichtbar.“

    Widerspruch verdient ebenso die Behauptung „Im „klassischen“ Unternehmertum ging es vor 100 Jahren noch um den „Klassenkampf“ von „Ausbeutern“ gegen „Opfer“.

    Den Ausbeuter gibt es heute wie vor 100 Jahren. Aber wie er heute nicht „das Unternehmertum“ prägt und charakterisiert, war vor 100 Jahren das Ausbeutertum kein typisches Charakteristikum des Unternehmers.

    Aber ebenso wie heute haben auch vor 100 Gewerkschaften die Solidarisierung von Beschäftigten gegen einen dämonisierten Unternehmer betrieben, gegen den in den „Arbeitskampf“ zu ziehen das typische unternehmerische Ausbeutertum – eine damals wie heute lebendige Wahnvorstellung – gebiete.

    Diese Wahnvorstellung steht damals wie heute dem richtigen Verständnis von Beschäftigten für die Funktion des Unternehmer in der Wirtschaft und im Unternehmen im Wege – jedenfalls bei dem Siebtel der Beschäftigten, die heutzutage noch bereit sind, sich gewerkschaftlich zu organisieren und Streikaufrufen zu folgen.

    Gewerkschaften waren nie zeitgemäß und sind es auch heute nicht.

    Sie haben noch nie wohlverstandene Interessen ihrer Mitglieder oder gar der Gesellschaft vertreten. Es ist empirisch belegt, dass Reallöhne bei schwachem gewerkschaftlichem Einfluss stärker gestiegen sind als unter starkem gewerkschaftlichen Einfluss auf die kollektive Lohnfindung.

    Statt zu fragen, ob Gewerkschaften zeitgemäß sind, hätte – unter Verwendung aller lesenswerten Gesichtspunkte dieses Betrags – gefragt werden sollen, ob Gewerkschaften einen Sinn oder Nutzen haben?

    • Andre Kuhn sagt:

      Vielen Dank für Ihren Beitrag und entschuldigen Sie bitte die zu späte Reaktion. Die Grundsatzfrage nach Gewerkschaften mochte ich so bisher noch nicht stellen…. ich bin aber wahrlich auch kein Experte auf diesem Gebiet. Vielen Menschen unterstelle ich zunächst die besten Absichten in der Gewerkschaftsarbeit. Ich sehe nur aus der eigenen Erfahrung heraus, dass diese Absichten schnell vom Machtanspruch der Gewerkschaften auch und grade gegen die betroffenen Unternehmen überschattet werden.

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Dienstwagenordnung

Eine Unsitte in der deutschen Wirtschaft ist aus unserer Sicht die „Dienstwagenordnung“. Hierzu die kurze, wahre Geschichte von einem Kundenbesuch bei BorgWarner Turbo Systems in Kirchheimbolanden vor einigen Jahren:

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Schwedische Impressionen – oder was haben das deutsche Ausbildungs­system und Mindestlöhne mit Jugend­arbeits­losigkeit zu tun?

Schweden ist ein sehr interessantes Land – nicht nur als Urlaubsziel, sondern auch die dortige Wirtschaft und die Staatsfinanzen zeigten sich bis dato in der Wirtschaftskrise als erstaunlich robust. Da fast alle Schweden hervorragend Englisch oder sogar Deutsch sprechen, konnten wir bei unserer letzten Geschäftsreise gute Einblicke in die dortigen Verhältnisse erhalten – und für Deutschland ein wenig lernen …

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  1. 2000Euro sind ja auch nicht gerade wenig, bei ca.150 oder 160 Std. im Monat. Das wären 13Euro in der Std. In Deutschland redet man von 8,50 so viel ich weiß das ist doch schon ein großer Unterschied und meiner Meinung auch bezahlbar.

  2. Guido Gothenburg sagt:

    Das Ganze ist doch sehr überwiegend aus deutscher Sicht betrachtet. Für einen Deutschen ist ein gutes Abendessen von über 20€ teuer, weil für ihn in Deutschland Menschen für unter 7€/h arbeiten. Der Deutsche selbst verdient eben auch nicht so viel. Verdiene ich hingegen mindestens(!) 2000€ im Monat, dann ist das Abendessen doch ohne weiteres und ohne sich großartig zu wundern möglich. Sicher, in Deutschland wäre es billiger. Aber auch sicher: Die deutsche Friseurin, die für 4€ arbeitet wird sich auch in Deutschland so leicht keinen schönen Restaurantbesuch leisten können.
    Der Mindestlohn taugt als Erklärung für Jugendarbeitslosigtkeit nicht viel. Das Funktionieren (und Vorhandensein) des Ausbildungssystems sicherlich mehr.

    • Andre Kuhn sagt:

      Vielen Danke für die Kommentare von Hr. Gothenburg und Hr. Schwab! Ich freue mich über unterschiedliche Sichtweisen! Ich versuche die Ansichten aus meiner Perspektive eines deutschen Unternehmers wiederzugeben – zwangsweise subjektiv und auch so gewollt. Die Meinung zur Auswirkung des Mindestlohns auf die Jugendarbeitslosigkeit stammt allerdings von einem schwedischen Unternehmer. Ich bin kein Volkswirtschaftler und habe auch wenig Einblicke in ostdeutsche Verhältnisse oder die Dienstleistungsbranche, möchte mir hier auch kein Urteil anmaßen. Ich kann daher nur aus Unternehmersicht sagen, dass ein Mitarbeiter das Geld verdienen muss, was er verdient – sonst macht das Unternehmen Verluste und verschwindet vom Markt. In junge Menschen muss ein Unternehmen investieren, da sie noch lernen und zu Beginn nur geringe Leistung erbringen können. Je höher der Verdienst eines ungelernten Mitarbeiter sein muss desto größer ist die Hürde, in seine Ausbildung zu investieren.

      Man merkt – der Mindestlohn ist ein Thema, was uns in Deutschland zurzeit besonders bewegt.

  3. Paul F. sagt:

    Aber wenn es in Schweden kein geregeltes Ausbildungssystem gibt, herrscht dann dort ein Fachkräftemangel? Viele Berufe kann man doch gar nicht studieren. Wenn sich viele Unternehmen aber gar nicht leisten können, jemanden wegen des hohen Mindestlohns einzulernen, wo bekommen sie dann Nachwuchs her?

    • Andre Kuhn sagt:

      Sehr geehrter Paul F.,
      ja, aus deutscher Sicht ist es erstaunlich, dass unsere Berufsausbildung fast einmalig auf der Welt ist. In fast allen anderen Ländern wie auch in Schweden können Mitarbeiter nur angelernt werden oder eine Art „Berufsschule“ besuchen, in der sie rein theoretisch auf Berufsinhalte vorbereitet werden. Daher kommt der große „run“ auf die Bachelor-Studiengänge in sehr vielen Ländern, da man eigentlich nur die Wahl hat, eine angelernte Kraft zu werden oder studieren zu gehen. Einige Großunternehmen helfen sich selbst, indem sie neuen, jungen Mitarbeitern eine intensive Einarbeitung inkl. theoretischen Unterrricht über einige Monate geben. Insofern kann man in Schweden wie in vielen Ländern von einem „Fachkräftemangel“ sprechen, allerdings kennt man hier unser deutsches Verständnis von „Fachkräften“ auch nicht.

  4. Sandra sagt:

    Sind die Studiengänge dort dann auch begrenzt oder einfach nur überfüllt? Das ist natürlich schade wenn es nicht genug Möglichkeiten für die Jugend dort gibt. Wer sich kein Studium leisten kann oder keinen Platz mehr bekommt, muss sich dann mit einem Job zufrieden geben. Habe nie darüber nachgedacht, aber das Ausbildungssystem in Deutschland ist dann ja wirklich sehr gut. Manche wollen nach der Schule einfach nicht mehr lernen oder müssen Geld verdienen, da ist eine Ausbildung doch eine gute Alternative.

    • Andre Kuhn sagt:

      Zur Studienplatzsituation in Schweden kann ich nichts sagen aber es stimmt völlig: das Ausbildungssystem in Deutschland ist eine echt tolle Sache für alle Beteiligten! Was würden wir ohne unsere vielen Fachkräfte nur tun – und so vielen jungen Menschen wird hier eine Grundlage für das Leben geboten, die dazu noch fast beliebig ausbaufähig ist.

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