Familien­unternehmer Blog

von Andre Kuhn

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Coaching

Seit 20 Jahren führen wir in unserem Unternehmen nach der Coaching-Philosophie von Dieter Heitsch. Seit 20 Jahren kämpfen wir gegen Missverständnisse, die aus dem Begriff „Coaching“ entstehen. Es ist Zeit für ein paar erklärende Worte aus unserer subjektiven Sicht des mittelständischen Familienunternehmens mit seinen Herausforderungen im täglichen Führungsalltag….

Die Definition von Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Coaching) beschreibt den Begriff Coaching für unser Verständnis bereits sehr treffend in Bezug auf unterschiedliche Beratungsmethoden im Führungsalltag und grenzt ihn von therapeutischen Methoden insbesondere aus der Psychotherapie ab. Es gibt dennoch viele Führungskräfte und Berater, die diese Unterscheidung nicht vornehmen und entsprechend Coaching auch im beruflichen Alltag als sehr auf die Persönlichkeit bezogen sehen und auch kritisieren. Nachlesen kann man diese Kritik aktuell zum Beispiel auf dem Blog von intrinsify.me (https://intrinsify.de/warum-eine-fuehrungskraft-kein-coach-sein-kann?utm_source=intrinsify+News&utm_campaign=dfdfc7d050-2018-07-25-chef-kann-kein-coach-sein&utm_medium=email&utm_term=0_8efcbd44ce-dfdfc7d050-218075933&goal=0_8efcbd44ce-dfdfc7d050-218075933&mc_cid=dfdfc7d050&mc_eid=569c215f6c)

Was verstehen wir darunter und warum hat sich die Wirksamkeit der Coaching-Methode in den letzten 20 Jahren auf allen Ebenen unseres Unternehmens immer wieder so stark bewährt?

Unter der Coaching Philosophie verstehen wir einen Führungsansatz, bei der die Führungskraft den Mitarbeiter entsprechend seines Reifegrades darin unterstützt, hervorragende Ergebnisse für die Kunden zu erzielen. Es geht darum, mit dem Menschen sehr gute Ergebnisse zu erreichen – der Fokus liegt sowohl auf dem Ergebnis wie auch auf dem individuellen Menschen. Je nach Können bzw. Erfahrung des Mitarbeiters kann in der Anfangsphase eine Führung durch Anweisung und vormachen erforderlich sein um Schritt für Schritt im Anschluss über die Begleitung der Tätigkeit zur Selbständigkeit des Mitarbeiters zu kommen. „Königsmacher statt Zwergenproduzent“ lautet die Devise – der Coach hat dann sein Ziel in der Mitarbeiterführung erreicht, wenn der Mitarbeiter selbständig in der Lage ist, sehr gute Ergebnisse zu erreichen.

Es geht dabei nicht um die Persönlichkeit des Mitarbeiters und auch das „wie“ sollte ihm innerhalb der Rahmenbedingungen des Unternehmens (Prinzipien gehen hier vor Vorschriften) möglichst überlassen sein. Mit anderen Worten: jeder Mensch sollte die Freiheit haben, nach seinen Fähigkeiten, Vorlieben und den aktuellen Rahmenbedingungen selbst den Weg zu wählen, wie er seine Arbeit am besten erledigt. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch gerne gute Arbeit leistet und für sich daher den Weg aus intrinsischer Motivation heraus wählt, mit dem er das beste Ergebnis erreicht.

Die Aufgabe des Coaches ist es nach unserem Verständnis nicht, die Persönlichkeit des Mitarbeiters zu „durchleuchten“, seine persönlichen Antreiber in Erfahrung zu bringen oder mit ihm über seine innerste Motivation, Überzeugung, Grenzen und Ängste zu sprechen. Dies verletzt nicht nur die Privatsphäre und wäre vermutlich auch moralisch recht fragwürdig, sondern geht auch über die Ausbildung jeder Führungskraft weit hinaus.

Es geht in der Arbeit um die Sache, um Ergebnisse, die für den Kunden relevant sind. Wir haben in der Zusammenarbeit gemeinsame Ziele und Herausforderungen, die immer außerhalb des Unternehmens ihren Ursprung haben sollten (zumeist ist es hoffentlich der Kunde).

Die Aufgabe einer Führungskraft ist es daher, mit ihren Mitarbeitern gemeinsam diese Ergebnisse so gut wie möglich zu erreichen. Eine Führungskraft muss Freude daran haben, mit den Menschen zusammen zu arbeiten und sie in ihrer Arbeit zu unterstützen – möglichst immer konstruktiv, wenn es sein muss aber auch disziplinarisch. Dabei geht es um die Entwicklung der Fähigkeiten der Mitarbeiter, die Fokussierung, Priorisierung und die Gestaltung der Rahmenbedingungen im Unternehmen. Es geht auch um ein gutes Miteinander in den Teams und unter den Teams mit dem Ziel des gemeinsamen möglichst optimalen Ergebnisses. Darin liegt die eigentliche Arbeit des Coaches nach unserem Verständnis.

Idealer Weise haben die Mitarbeiter ab einem Punkt die Fähigkeit erlangt, sich selbst in der Arbeit weitgehend zu organisieren und sogar die Organisation der Rahmenbedingungen selbst in die Hand zu nehmen (zum Thema Selbstorganisation möchte ich in einem späteren Beitrag mehr schreiben). Damit haben sie nach der Coaching-Philosophie den höchsten Reifegrad erreicht. Disziplinarische Führung wird dann nur noch in Ausnahmefällen notwendig. Hier wird der Coach überwiegend zum Begleiter. Viele Führungsinstrumente bleiben dennoch nach unserer Erfahrung wirksam, um zum Beispiel Konflikte oder Probleme im Team zu lösen oder gutes Feedback zu geben.

Dies macht die Coaching-Philosophie nach Dieter Heitsch für uns so wertvoll und beständig in der Wirksamkeit!

PS: Dieter Heitsch hat sich in den wohl verdienten Ruhestand zurückgezogen – ein paar Dankesworte an ihn schrieb ich im November 2014 https://familienunternehmer-blog.de/?p=186#more-186 . Sein „Name“ wird leider von der sehr großen Verkaufs-Beratung Pawlik mittlerweile „genutzt“, seine Führungsphilosophie wird dagegen in der unserer Meinung nach wirksamsten Form von den ehemaligen Partnern unter anderen Namen weiter vermittelt und trainiert